PraxisSchutz 0.2.0-rc.1 ist als öffentliche Vorabversion verfügbar. Windows-Abnahme und Signatur offen · Versionshinweise ›

Wie PraxisSchutz Daten schützt.

PraxisSchutz schützt den Inhalt des PDF-Anhangs auf dem Weg zur Patientin oder zum Patienten. Diese Seite beschreibt die eingesetzten Komponenten, die Schlüssel und die Grenzen – ohne Schutz zu behaupten, den ein kompromittierter Praxis-PC nicht leisten kann.

Komponenten

Etablierte Kryptografie, keine Eigenentwicklung.

Alle kryptografischen Verfahren stammen aus gepflegten, öffentlich geprüften Komponenten. PraxisSchutz implementiert keine eigenen Primitive.

SchutzgegenstandVerfahrenKomponente
Ausgegebenes PDFPDF-Passwortverschlüsselung AES-256 (PDF 2.0, Revision 6). Das Ergebnis wird vor der Ausgabe auf Verfahren, Schlüssellänge und Öffnen mit dem Code geprüft.qpdf (gebündelt, Version 12.4.1 in 0.2.0-rc.1)
Patientencode20 Kleinbuchstaben aus einem Alphabet von 20 Konsonanten, erzeugt mit dem Zufallszahlengenerator des Betriebssystems; rund 86 Bit.Betriebssystem-CSPRNG
Lokaler TresorBindung an das aktuelle Windows-Benutzerkonto auf diesem PC.Windows DPAPI
Gespeicherte CodesZusätzliche Hülle unter dem Praxisschlüssel, passwortbasiert mit scrypt.age
Portable SicherungEigene Verschlüsselung mit einem bei jedem Export neu erzeugten Wiederherstellungsschlüssel; vor Fertigstellung durch Wiederentschlüsselung geprüft.age
RegistrierungsschlüsselVom Hersteller signiert, offline gegen den im Programm enthaltenen öffentlichen Schlüssel geprüft.Ed25519 (ed25519-dalek, jwt-compact)

Schlüssel

Vier Schlüssel, vier Aufgaben.

Jeder Schlüssel hat genau eine Aufgabe. Keiner ersetzt einen anderen, und der Hersteller besitzt keinen Generalschlüssel zu Patientendokumenten.

Patient

Patientencode

Öffnet die PDFs einer Person. Nur auf der Papierkarte und im Tresor.

Praxis

Praxisschlüssel

Entsperrt die gespeicherten Codes für eine Sitzung. Nur der Praxis bekannt; nicht zurücksetzbar.

Sicherung

Wiederherstellungsschlüssel

Öffnet genau eine Sicherungsdatei. Auf Papier, getrennt von der Datei verwahrt.

Lizenz

Registrierungsschlüssel

Schaltet Arbeitsvorgänge auf einer Installation frei. Entschlüsselt keine Patientendaten.

Anwendung

Härtung der Anwendung.

Die Oberfläche läuft in einer eingeschränkten WebView. Alle sicherheitsrelevanten Schritte liegen im Rust-Kern.

Keine Geheimnisse in Protokollen

Codes und Praxisschlüssel erscheinen nie in Befehlszeilen, Logs, Fehlermeldungen, Dateinamen oder Listen an die Oberfläche. qpdf erhält Passwörter ausschließlich über die Standardeingabe.

Eingeschränkte Oberfläche

Die WebView hat keinen Zugriff auf Shell, Dateisystem oder Netzwerk. Sie kann nur fest definierte Befehle des Kerns aufrufen; eine strenge Content-Security-Policy begrenzt geladene Inhalte.

Keine stille Datenänderung

Der Tresor wird über eine temporäre Datei mit Zwischensicherung geschrieben. Ein Tresor, der sich nicht öffnen lässt, wird nie durch eine leere Liste ersetzt.

Saubere Arbeitsdateien

Ausgaben werden vollständig vorbereitet und ohne Überschreiben veröffentlicht. Reste eines unterbrochenen Laufs werden beim Start entfernt.

Grenzen

Was PraxisSchutz nicht schützen kann.

  • Schadsoftware im selben Windows-Konto kann Praxisschlüssel und Codes während einer entsperrten Sitzung möglicherweise erfassen. Der Praxisschlüssel ist keine „Zero-Knowledge“-Garantie.
  • Die Originaldatei im Praxissystem, E-Mail-Betreff, Empfängeradresse und andere Metadaten bleiben unverschlüsselt.
  • PDF-Passwortverschlüsselung ist kein Integritätsnachweis gegen gezielt manipulierte Anhänge und verhindert kein Phishing.
  • Geht der Praxisschlüssel verloren, kann der Hersteller ihn nicht zurücksetzen. Bereits versendete PDFs bleiben mit den ausgegebenen Karten lesbar.
  • Die rechtliche Eignung des konkreten Versandprozesses muss die Praxis gesondert prüfen.

Ihre Umgebung

Was die Praxis-IT absichert.

  • Windows-Updates, getrennte Benutzerkonten und Mehr-Faktor-Anmeldung.
  • Geräteverschlüsselung (BitLocker) und Virenschutz.
  • Unabhängige Sicherung von Originaldokumenten und Praxissoftware.
  • Codekarten ausschließlich auf Papier drucken und persönlich übergeben.
  • Keine Diagnosen in Betreff oder unverschlüsselten Nachrichtentext schreiben.
  • Die PDF-Anzeige auf den verwendeten Patientengeräten mit Testdaten prüfen.

Meldung

Sicherheitslücke gefunden?

Bitte melden Sie vermutete Schwachstellen vertraulich per E-Mail an office@stoicera.com, mit Version, Windows-Version und einer Beschreibung der Schritte. Senden Sie keine echten Patientendaten, Codes oder Schlüssel. Wir bestätigen den Eingang und informieren über die Behebung in den Versionshinweisen.